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letzte Aktalisierung: 07.05.2019
“Wenn Du es fühlen kannst,  kannst Du es auch kontrollieren. - Martha Peterson

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Weiterleitung eines Artikels meines Somatics Kollegen, Colm McDonnell aus Irland Er   beschreibt   und   erklärt   den   Unterschied   zwischen   dem   klassischen   Dehnen   und   der   so genannten Pandiculation, welche wir bei den Somatic Exercises durchführen. Den Originalartikel von Colm findest Du hier: Was passiert beim Dehnen im klassischen Sinne? Die     sensorischen     Informationen     beim     Dehnen     laufen     hauptsächlich     über     das Rückenmark.   Wenn   ein   Muskel   gedehnt   wird,   senden   die   darin   befindlichen   Golgi   Rezeptoren   (kleine   Fühler,   die   ständig   die   Muskelspannung   messen)   ein   Signal   an das   Rückenmark,   dass   sich   der   Muskel   gedehnt   hat,   also   länger   geworden   ist.   Das   Rückenmark   bekommt   diese   Meldung   und   sendet   daraufhin   einen   direkten Impuls    an    den    betroffenen    Muskel    zurück.    Dieser    Impuls    bewirkt    eine    Kontraktion    im    zuvor    gedehnten    Muskel,    um    diesen    vor    einer    Überdehnung    oder Verletzungen   zu   schützen.   Somit   gibt   es   bereits   auf   der   Ebene   des   Rückenmarks   neuronale   Schaltkreise,   die   ohne   Zutun   des   Gehirns   einfache   (in   der   Regel   Flucht-) Bewegungen   und   Reflexe   auslösen.   Das   Dehnen   eines   bestimmten   Muskels   führt   durch   den   hier   ausgelösten   Stretch-Reflex   also   auch   immer   zu   einer   gleichzeitigen Kontraktion in der betroffenen Muskulatur, was im Prinzip der Intuition des Dehnens widerspricht. Oft auch sichtbar durch ein Zittern des entsprechenden Muskels. Wie   man   an   dieser   vereinfachten   Darstellung   des   Stretch-Reflexes   sehen   kann,   ist   das   Gehirn   in   diesem   Kreislauf   nicht   maßgeblich   beteiligt.   Es   handelt   sich   um einen natürlichen Reflex der bereits im Rückenmark stattfindet. Im Gegensatz zum klassischen Dehnen, bekommt das Gehirn bei der so genannten Pandiculation jedoch neue sensorische Informationen. Was passiert bei der Pandiculation? Wenn   wir   einen   Muskel   anspannen,   senden   die   darin   befindlichen   Rezeptoren   eine   Information   zum   somatosensorischen   Kortex,   einem   Teil   im   Gehirn,   der   für   die haptische   Wahrnehmung   zuständig   ist.   In   diesem   Fall,   dass   sich   der   Muskel   verkürzt   hat   und   die   Muskelspannung   erhöht   ist.   Durch   diese,   dem   Gehirn   übermittelte Information,   kann   der   Muskel   nun   „gefühlt“   werden.   Er   befindet   sich   unter   bewusster   Kontrolle   und   die   darin   vorhandene   Anspannung   kann   somit   verstärkt, gehalten oder verringert werden. Bei   der   Pandiculation   wird   die   Anspannung   im   Muskel   nun   willentlich   ganz   langsam,   bis   zur   kompletten   Entspannung   wieder   reduziert.   Der   entscheidende   Punkt hierbei   ist,   dass   man   durch   die   vorherige,   bewusste   Kontraktion   die   volle   Kontrolle   über   den   Muskel   bekommt   und   das   Gehirn   lernen   kann   den   Muskel   locker   zu lassen und somit wieder zu „verlängern“. Unterschiede auf einen Blick: Dehnen: ist passiv, der Muskel wird nicht aktiv benutzt, man „zieht“ nur daran und das Gehirn ist in diesem Prozess zunächst nicht beteiligt. verringert vorübergehend die Kraftleistungsfähigkeit des Muskels ruft keine neuen Lernprozesse hervor, da das Gehirn nicht maßgeblich beteiligt ist. kann unangenehm und schmerzhaft sein, gerade wenn eine sensomotorische Amnesie (SMA) vorliegt. bewirkt nur vorübergehende Längenänderung der Muskulatur. beseitigt   keine   SMA.   Passives   Dehnen   bewirkt   keine   Veränderungen   auf   der   Ebene   gewohnheitsbedingter,   chronischer   Muskelanspannungen,   welche   so typisch für die Sensomotorische Amnesie sind. Pandiculation: ist aktiv, der Muskel wird aktiv angespannt, somit kann er gespürt werden und das Gehirn ist an diesem Prozess aktiv beteiligt. lehrt dem Gehirn viele neue sensomotorische Informationen. Funktion und Mobilität werden verbessert. Es handelt sich um einen aktiven Lernprozess. fühlt sich gut an, wenn es korrekt ausgeführt wird, ist es angenehm entspannend und fühlt sich wie ein „gähnen“ an. bewirkt   anhaltende   Längenänderung   der   Muskulatur,   da   das   Gehirn   die   neue   Muskellänge   selbst   erlernt.   Die   Veränderung   in   der   Muskellänge   kommt   durch eine Reduktion der Muskelspannung und nicht durch eine Veränderung der (passiven) Strukturen. Beseitigt   SMA.   Dem   Gehirn   wird   die   Kontrolle   über   den   Muskel   zurückgegeben   und   man   lernt   somit,   den   Muskel   wieder   zu   entspannen   und   über   seine ursprüngliche Länge zu benutzen. Abschließend   ist   noch   zu   sagen,   dass   beim   klassischen   Dehnen   Muskeln   oft   isoliert   gedehnt   werden.   Bei   der   Pandiculation   werden   immer   ganze   Bewegungsmuster bzw. Muskelketten angesprochen, was zu einer schnelleren und effektiveren Entspannung und neuen Mobilität im gesamten Körper führt. Die   lernende   Komponente   der   Pandiculation   bewirkt   eine   bessere   sensomotorische   Kontrolle,   Ansteuerung   der   Muskulatur.   Eine   Muskulatur   die   sich   unter   unserer kompletten Kontrolle befindet, verursacht keine Schmerzen. Schmerzen treten dann auf, wenn wir die Kontrolle verlieren und sich Muskeln chronisch versteifen. Schmerz ist immer auch ein Zeichen von Kontrollverlust über verschiedene Bewegungsmuster.
geposted: MIttwoch, 20.12.2017
Dehnen im Vergleich zu Pandicualtion
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